Meine Lieblingsbücher…

Lieber Leser, wie schön, dass Du Dich interessierst, welche Bücher ich gerne lese – ich finde, die Lieblingsbücher eines Menschen sagen unheimlich viel über diesen Menschen aus. Wenn Du mir bei einem Treffen ein Geschenk machen möchtest: Bring mir Dein Lieblingsbuch mit!

Ich nenne im Folgenden Bücher, die mir über die Jahre im Kopf geblieben sind. Sicher gibt es unendlich mehr gute Bücher, die ich auch sehr gerne gelesen habe. Aber ich denke, die, die ich jetzt, aus dem Kopf heraus nennen kann sind die prägendsten.

Da ist zunächst die unheimlich gute Sachbuchreihe von Yuval Noah Harari. Angefangen mit „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ (engl. Sapiens), über „Homo Deos“ und zuletzt „21 Fragen für das 21. Jahrhundert“. Diese Bücher sind allesamt so unheimlich toll und lesenswert! Der Autor ist Historiker und beschreibt in seinem ersten Buch, wie wir Menschen zu Menschen wurden. Und das auf so unglaublich anschauliche und auch teils humorvolle Weise, dass es regelrecht spannend ist. Dieses Buch hat mir nicht nur gezeigt, wie der Mensch sich entwickelt hat, sondern vielmehr klar gemacht, warum der Mensch sich so entwickelt hat, warum er sich so verhält wie er sich verhält. Ein Augenöffner für mich auf jeden Fall…

Ein autobiografischer Roman hat es mir auch besonders angetan und zwar das Buch: „Ein Schloss aus Glas“ von J. Walls. In diesem Buch geht es um ein Mädchen, das seit seiner Kindheit mit 3 Geschwistern und Eltern durch die USA vagabundierte. Der Vater war Alkoholiker, die Mutter eine recht verpeilte, erfolglose „Künstlerin“ – die Kinder wuchsen quasi ohne Fürsorge auf, wurden aber von beiden Eltern sehr geliebt. Was mir hier so sehr gefallen hat, war diese Diskrepanz zwischen unendlich großer Liebe der Eltern und diese vollkommene Sorglosigkeit der Eltern für ihre kleinen Kinder, die alle sehr früh selbstständig werden mussten. Es gab hier für mich den Punkt, an dem ich erkannte, wie wahnsinnig wichtig auch die Freiheit für die Entwicklung der Kinder war. Und was den Zusammenhalt zwischen den Geschwistern so prägte. Wie diese Situation, diese Unsicherheit, dieser Kampf ums Dasein, aber auch die Freiheit von den Kindern erlebt wurde, wie es sie später geprägt hat, wurde sehr anschaulich geschildert, da die Autorin selbst eines dieser Kinder war. Ein wahnsinnig guter Roman, den ich nur empfehlen kann…

Gerade in diesem Sommer habe ich einen Roman für mich entdeckt, der mir auch sehr sehr gut gefallen hat. Das war „Shantaram“ von Gregory Roberts. Dieser spannende, abenteuerliche Roman erzählt von dem Leben eines Australiers, der aus dem Gefängnis ausgebrochen und dann nach Bombay geflohen ist, wo er fortan lebte. Die Erzählung zieht einen in das Leben in dieser farbenfrohen und chaotischen Stadt, die einem ein bisschen wie eine andere Welt vorkommt. In vielen Teilen ist der Roman nicht nur spannend sondern unheimlich tiefsinnig und steckt voller philosophischer Ideen und Probleme. Wie ich später erst gelesen habe, ist es auch eine Art autobiographischer Roman, denn der Autor selbst ist auch aus dem Gefängnis ausgebrochen, war heroinabhängig und schreib wohl den Roman im Gefängnis. Das erklärt für mich diese absolute Tiefgründigkeit der Gedanken, denn beim Lesen selbst dachte ich: Für dieses Buch muss er doch sein ganzes Leben gebraucht haben und vor allem unheimlich viel Zeit gehabt haben, zum Gedanken spinnen…

Ein Grund für meinen Hang zu sexuellen Ausschweifungen liegt vielleicht darin, dass ich schon sehr früh (manche würden sagen zu früh) zu viele „falsche“ Bücher in die Hand bekam. Ich habe schon immer viel gelesen und als ich mit 12 quasi das ganze Bücherregal der Jugendliteratur unserer kleinen Bibliothek durchgelesen hatte, griff ich auf die Bücher zurück, die meine Mutter sorgsam in ihrem privaten Bücherregal verwahrte.

Ich hielt mit 12 Jahren also den Roman „Das karmesinrote Blütenblatt“ (M. Faber) in den Händen. Dieses Buch war prägend für mich, eigentlich die Geschichte, die mir seitdem im Kopf geblieben ist, eine Geschichte, definitiv nicht für Jugendliche geschrieben. Nachdem ich es weggelegt hatte, erkannte ich, dass die eigentlich tragische Geschichte einer Hure aus dem 19. Jahrhundert, mir klar machte, dass ich später naja – so etwas wie eine – „Hure“ werden möchte.

In diesem besagten Regal fand ich außerdem das Buch, „Das sexuelle Leben der Catherine M.“ (C. Millet), in dem hauptsächlich Szenen von sexuellen Erlebnissen, insbesondere Gruppensex geschildert werden. Und es gab diese eine Szene in „Letzte Ausfahrt Brooklyn“ (H. Selby) – das ich auch in die Finger bekam…

Natürlich prägten mich diese Bücher. Ich denke auch, sie zeigten mir, dass es möglich ist, seine eigene sexuelle Wahrheit ohne Scham ausleben zu dürfen. Dass diese Gedanken, Fantasien in Ordnung sind und so tatsächlich von anderen Menschen gelebt werden. Dass diese Art von Sex (den konventionelle Bürger sicher abstoßend fänden), sogar vereinbar ist mit Intellekt, nein sogar eine Quelle für Inspiration auf intellektueller Ebene sein kann!

Und wenn ich von Büchern spreche, die mich sexuelle inspirieren, spreche ich hier nicht von „50 Shades of Grey“, das ich grauenhaft fand. Ich kann gar nicht genau sagen, warum eigentlich, aber ich musste das erste Buch nach der ersten Hälfte weglegen. Das alles war für mich so klinisch rein, so gescriptet, so kalt, so künstlich, so oberflächlich. Dazu schilderte die Autorin alles in einer unerträglich naiven, kindlichen Weise. Nun ich denke, es hat einen Grund, dass dieses Buch ein Bestseller ist, warum, kann ich persönlich nur noch nicht ganz greifen, aber etwas muss dran sein an 50 Shades.

Ich finde es gut, dass ich diese Bücher im Regal meiner Mutter erstöbert habe. Mich in einem Alter damit auseinandergesetzt habe, in dem ich tatsächlich noch nicht einmal offiziell „aufgeklärt“ war. In einem Alter, in dem ich noch nicht wusste was „ok“ ist und was „nicht ok“ ist.

Und so glaube ich ohnehin, dass kein Buch einen verderben kann. Bücher können einem eine Wahrheit offenbaren, jenseits des eigenen Horizonts. Und vielleicht ist es auch deine eigene Wahrheit, die du erkennst…

Nun hier könnten jetzt noch einhundert weitere Bücher stehen, wie „die Leiden des jungen Werther“ (J. W. Goethe), „How Not to Die“ (Greger/Stone), „Mindset“ (C. Dweck), (diese beiden allerdings mit einer großen USA-Filter-Brille auf), „Der Schatten des Windes“ (C. R. Zafon), „Ein einfaches Leben“ (Min Jin Lee), „Zusammen ist man weniger allein” (A. Gavalda), „Als der Tag begann” (L. Murray) aber auch „Pipi Langstrumpf“ (A. Lindgren), die Märchen von H.C. Andersson und „Harry Potter“ (J.K. Rowling)  … aber ich muss ja auch irgendwann einmal „Schluss machen“ mit dem Aufzählen!

Was sind Deine Lieblingsbücher? Was muss ich unbedingt noch auf meine “zu lesen” Liste setzen?

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